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Garathvent

Als Reaktion auf das herzliche Willkommen im September in Garath, wollten wir uns vor dem Start von IMPORT:EXPORT:VORORT im Maides Jahres bei den Bewohnern bedanken. Wir zückten unsere Forschungsbücher und ließen die Erzählungen aus Garath Revue passieren. Einige Begegnungen und Äußerungen fassten wir zusammen und ließen sie in unseren Sprechblasen die Straßen von Garath wiederaufleben: Vom 1. Dezember bis zum 24. erschienen die alltäglichen Anektdoten, Geschichten und Mythen der Garather Bewohner an den Schaufenstern und an anderen Orten.

Liebe Garatherinnen und Garather,

wir sind angekommen,
wurden herzlich empfangen,
wir durften Sie und euch kennenlernen,
nun wollen wir Ihnen und euch einen kleinen Gruß schicken, gefüllt mit den Eindrücken,
die uns bei den Stadtführungen gezeigt und erzählt wurden.

Ein Adventskalender muss keine christliche Angelegenheit sein; wir haben für 24 Tage 24 ‘Garather Wahrheiten’ aus unseren Materialien herausgesucht, die wir im Dezember dem Ort zurückgeben möchten: Fröhlichen Garathvent!

An die Garath-Bewohnenden, die uns ihre Adressen gegeben haben, senden wir als ‚Kalendertürchen‘ je einen Spruch oder Gedanken aus den Stadtführungen mit der Bitte, diesen am entsprechenden Tag so in eine Tür oder in ein Fenster zu hängen, dass er vom ö entlichen Raum aus gelesen werden kann. Bis zum 24.12.2010 bekommt der Kalender so jeden Tag ein in Garath verstecktes Türchen oder Fensterchen mehr, das sich beim aufmerksamen Suchen auch nden lässt?

Gesammelt schicken wir die Türchen auch an ö entlich zugängliche Stellen, an denen sie von allen, die möchten, angesehen werden können. Die Orte sind:
Hell-Ga Café oder Ladengeschäfte
Freizeitstätte

Unser Laden am Bahnhof (von außen – vielleicht bleibt ‘was hängen?)
Wir wünschen allen einen friedlichen Jahresausklang und freuen uns auf ein Wiedersehen in Garath 2011!
Lena Freimüller, Eva Holling, Laura Popplow, Therese Schuleit und Dominik Siebel für Mühlenkampf – Hochschule für Weltgestaltung (in ständiger Gründung)

1) Das Schöne ist das Grüne, auch im Winter.

2) Es ist verwirrend, auch mit dem Fahrrad.

3) Viele sprechen schlecht von Garath: die meisten davon leben jedoch gar nicht
hier und haben es auch nie getan.

4) Die Garather Fauna ist vielfältig: Fischreiher, Wildschweine, Gänse, Pferde,
Rehe, Eichhörnchen, Kaninchen und viele Hühner… auch ehemalige Hühner und Gänse unter Kastanien…

5) Mindestens schon seit 50 Jahren eine verlassene Ruine: die Garather Mühle. Charly soll seine Familie umgebracht haben und die Badewanne noch im zerfallenen
Keller stehen.

6) „Grapschen gehen“: beim Dreikönigssingen war es gefährlich für Kinder,
denn Jugendbanden nahmen ihnen auf brutale Weise die Süßigkeiten ab. Heute gehen Erwachsene mit.

7) Himmelsrichtungen bedeuten viel – Ost und West und Nord und Süd und ihre Kombinationen (nicht nur was die Einkaufszentren betrifft). Garath Ostwest gibt es
jedoch nicht.

8) Der Garather Grundstein wurde im Nordosten gelegt. Hier erfolgte am 18.02.1961 der erste Spatenstich für den Bau des neuen Stadtteils.
Bedeuten Himmelsrichtungen viel?

9) Gorbatschow kam mit dem Zug und gab jedem einzelnen Menschen die Hand.

10) Gorbatschow kam mit dem Hubschrauber und war vollkommen abgeschottet –
kein Mensch bekam ihn zu Gesicht.

11) Die alte Dame, die im Schloss aufwuchs, kannte nur den Hintereingang.

12) Garath hat so viele Geschichten… Wenn schon eine Hausnummer, dann aber die 29, denn in der 31 ist nichts Besonderes passiert!

13) …so langsam rasant – wie jede vernünftige Schnecke…

14) Zu Muttertag wird die goldene Müsch gejagt.

15) An eine Vielzahl verschiedener Spielplätze wurde gedacht: doch sterben die
Kinder aus? Was wird aus ihnen, wenn sie über 12 werden? „Hobbylose Kinder“?

16) Jugendträume führen nach Benrath. Dort gibt es ein Kino und eine Eisbahn. Andere Träume verwirklichen sich auf den sieben Bergen oder auf dem Abenteuerspielplatz. Boxershorts müssen sichtbar sein!

17) Das Garather Schloss ist eigentlich schöner als das Benrather… – Ja, aber viele Leute schmeißen ihren Müll in den Lustgarten.

18) Läden für Papierwaren und Kurzwaren zum Nähen und Schneidern fehlen. Ein Kaufhaus hatte Vorteile!

19) Bäckereien und Apotheken halten sich hingegen gut: eine Metzgerei fehlt. Aber es gilt:grün – gute Preise, rot – auch gute Preise!

20) Post und Polizei wurden ausgelagert, dafür gibt es vier Parkplätze statt Markt- plätze. Vorsicht bei Verabredungen auf dem Parkplatz, denn es gibt jetzt vier von ihnen.
Die Feuerwehr jedoch ist noch hier!

21) Scherben bringen bekanntlich Glück. Glück für Garath, dass so viel Glas in
Scherben gehauen wird? Welches Glück bringt dieses vierblättrige Kleeblatt noch?

22) …als die Brücke breiter wurde und alle dachten, es kommen Blumen hin…

23) Und was kommt jetzt hier in den Laden?

24) In Garath wird eine Schwarze Muttergottes verehrt – so will es die Tradition.
Die evangelischen Glocken läuten für die Katholiken mit.

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